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Technik

PV-Thermografie richtig vorbereiten – die Checkliste für Betreiber

Was Solarpark-Betreiber wissen müssen, bevor sie eine thermografische Drohnen­inspektion beauftragen. Wetter, Last, Termine, Reporting.

· 5 Min. Lesezeit · Luftwerk Hohenlohe

Warum die Vorbereitung über das Ergebnis entscheidet

Eine PV-Thermografie aus der Luft kann hochwertige Ergebnisse liefern – oder eine teure Datenleiche. Der Unterschied liegt fast immer in der Vor­bereitung. Hier die Punkte, die wir vor jedem Auftrag mit dem Betreiber durchgehen.

1. Einstrahlung > 600 W/m²

Die Wärme­bild­kamera erkennt Defekte nur, wenn die Module unter ausreichend Last laufen. Minimum 600 W/m², idealerweise > 800 W/m². Das bedeutet praktisch: klares Wetter zwischen 10 und 14 Uhr, in den Monaten März bis Oktober. Wir prüfen am Flugtag mit einem Pyrhelio­meter und brechen ab, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind.

2. Anlage unter Volllast

Die Anlage muss am Inverter angeschlossen und unter Last laufen – sonst sind die Wärme­signaturen nicht aussage­kräftig. Bitte vor dem Termin sicher­stellen, dass keine Wartungs­arbeiten den Betrieb unterbrechen.

3. Wind unter Beaufort 4

Stärkerer Wind kühlt die Module unregel­mäßig ab und macht Wärme­signaturen unschärfer. Bei Wind­geschwindig­keiten > 25 km/h fliegen wir nicht.

4. Zugang und Genehmigungen

Für Frei­flächen­anlagen brauchen wir Zugang und – sofern die Anlage nicht öffentlich zugänglich ist – eine schriftliche Befliegungs­erlaubnis. Bei Anlagen in der Nähe von Flugplätzen oder Bahn­anlagen prüfen wir vorab Sonder­auflagen.

5. Strang­plan zur Hand

Damit Hotspots zugeordnet werden können, brauchen wir den Strang­plan der Anlage. Ohne ihn können wir Defekte zwar lokalisieren, aber nicht zuordnen – das verlängert die Auswertung und kostet Sie unnötig Geld.

6. Klassifizierung nach IEC

Wir berichten nach IEC TS 62446-3 mit drei Klassen:

  • Klasse 1: Hinweis – Beobachtung empfohlen
  • Klasse 2: Auffälligkeit – Wartung empfohlen
  • Klasse 3: Defekt – Modul­tausch oder String-Stopp dringend

Diese Klassifizierung ist anerkannte Grundlage gegenüber Versicherern und Herstellern bei Garantie­ansprüchen.

7. Was Sie nach dem Flug erhalten

  • Radiometrisches Ortho­mosaik der Anlage
  • Hotspot-Liste mit GPS, String- und Modul­zuordnung
  • PDF-Bericht mit Klassifizierung und Handlungs­empfehlungen
  • Sichtflug-Video zur visuellen Verifizierung der Hotspots

Was kostet das?

Pauschal: Wir berechnen pro MWp. Für eine 1-MWp-Anlage liegen wir bei 890–1.490 € je nach Reporting-Tiefe. Bei größeren Anlagen ab 4 MWp werden die Quadrat­meter­preise deutlich günstiger – sprechen Sie uns für ein Angebot an.

Wann ist eine Wieder­holung sinn­voll?

Nach 2 Jahren für Standard­anlagen. Nach schweren Wetter­ereignissen (Hagel, Blitz) immer. Bei Garantie­auseinander­setzungen mit dem Modul­hersteller sind belastbare Inspektions­berichte oft entscheidend – planen Sie das ein.

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