Warum die Vorbereitung über das Ergebnis entscheidet
Eine PV-Thermografie aus der Luft kann hochwertige Ergebnisse liefern – oder eine teure Datenleiche. Der Unterschied liegt fast immer in der Vorbereitung. Hier die Punkte, die wir vor jedem Auftrag mit dem Betreiber durchgehen.
1. Einstrahlung > 600 W/m²
Die Wärmebildkamera erkennt Defekte nur, wenn die Module unter ausreichend Last laufen. Minimum 600 W/m², idealerweise > 800 W/m². Das bedeutet praktisch: klares Wetter zwischen 10 und 14 Uhr, in den Monaten März bis Oktober. Wir prüfen am Flugtag mit einem Pyrheliometer und brechen ab, wenn die Voraussetzungen nicht gegeben sind.
2. Anlage unter Volllast
Die Anlage muss am Inverter angeschlossen und unter Last laufen – sonst sind die Wärmesignaturen nicht aussagekräftig. Bitte vor dem Termin sicherstellen, dass keine Wartungsarbeiten den Betrieb unterbrechen.
3. Wind unter Beaufort 4
Stärkerer Wind kühlt die Module unregelmäßig ab und macht Wärmesignaturen unschärfer. Bei Windgeschwindigkeiten > 25 km/h fliegen wir nicht.
4. Zugang und Genehmigungen
Für Freiflächenanlagen brauchen wir Zugang und – sofern die Anlage nicht öffentlich zugänglich ist – eine schriftliche Befliegungserlaubnis. Bei Anlagen in der Nähe von Flugplätzen oder Bahnanlagen prüfen wir vorab Sonderauflagen.
5. Strangplan zur Hand
Damit Hotspots zugeordnet werden können, brauchen wir den Strangplan der Anlage. Ohne ihn können wir Defekte zwar lokalisieren, aber nicht zuordnen – das verlängert die Auswertung und kostet Sie unnötig Geld.
6. Klassifizierung nach IEC
Wir berichten nach IEC TS 62446-3 mit drei Klassen:
- Klasse 1: Hinweis – Beobachtung empfohlen
- Klasse 2: Auffälligkeit – Wartung empfohlen
- Klasse 3: Defekt – Modultausch oder String-Stopp dringend
Diese Klassifizierung ist anerkannte Grundlage gegenüber Versicherern und Herstellern bei Garantieansprüchen.
7. Was Sie nach dem Flug erhalten
- Radiometrisches Orthomosaik der Anlage
- Hotspot-Liste mit GPS, String- und Modulzuordnung
- PDF-Bericht mit Klassifizierung und Handlungsempfehlungen
- Sichtflug-Video zur visuellen Verifizierung der Hotspots
Was kostet das?
Pauschal: Wir berechnen pro MWp. Für eine 1-MWp-Anlage liegen wir bei 890–1.490 € je nach Reporting-Tiefe. Bei größeren Anlagen ab 4 MWp werden die Quadratmeterpreise deutlich günstiger – sprechen Sie uns für ein Angebot an.
Wann ist eine Wiederholung sinnvoll?
Nach 2 Jahren für Standardanlagen. Nach schweren Wetterereignissen (Hagel, Blitz) immer. Bei Garantieauseinandersetzungen mit dem Modulhersteller sind belastbare Inspektionsberichte oft entscheidend – planen Sie das ein.